Es ist lange her, dass ich etwas zu Chemie geschrieben habe.
Ebenso lange habe ich Minecraft eher im Informatikunterricht eingesetzt als in Chemie.
Doch heute war alles anders….
Mit einer 9. Klasse habe ich den Atombau besprochen, vom Rutherford’schen Streuversuch bis hin zum Bohr’schen Atommodell. Nichts besonderes also. Doch dann fiel mir letzte Woche wieder der Minecraft Mod Advanced Chemistry ein, mit dem aus Protonen, Elektronen und Neutronen auf einer  speziellen Werkbank Atome gecraftet werden können. Für den Chemieunterricht ist die Bauweise deshalb brauchbar, da es für die Schalen nach Bohr verschiedene Felder gibt, in denen die Elektronen abgelegt werden können. Und die Maximalbelegung jeder einzelnen Schale wird auch berücksichtigt. Zudem spuckt die Atombau-Werkbank nur dann Atome aus, wenn die Atommasse mit den gerundeten Werten aus dem Periodensystem übereinstimmt. Die SchülerInnen hatten hierzu ihr Chemiebuch mit in den Computerraum genommen, um daraus Atome zum Nachbauen auszusuchen. In den Gesprächen während des Spiels hörte man immer wieder Aussagen wie „Du musst noch zwei Neutronen in den Kern packen, weil die Atommasse nicht stimmt!“, oder „Mensch, das kann doch nicht klappen. Da sind nicht genug Elektronen auf der zweiten Schale, das muss mit den Protonen doch übereinstimmen!“. 

Der Nachteil war zunächst, dass der Mod Advanced Chemistry für Minecraft 1.4.7 programmiert ist. Es stand also ein Downgrade von MinecraftEdu an, was man auch im Videomitschnitt sieht. Einige Einträge im Lehrermenü sind in der alten Version an einer anderen Stelle, deshalb suche ich gelegentlich etwas länger im Film.

In der Welt standen den SchülerInnen vier Truhen mit den Nukleonen, Elektronen und der Atombau-Werkbank zur Verfügung. Als erste Übung sollten einige Atome nach eigenem Ermessen gebaut werden. Verbindlich war das Craften von Helium, da es später für den hinteren Teil bei den Tieren benötigt wurde. Zusätzlich sollten die Spieler herausfinden, bis zu welcher Ordnungszahl der Mod Atome unterstützt.

Nachdem jeder mit Helium ausgestattet war, ging es zum hinteren Teil des Geländes. Die Schüler wurden vorübergehend „eingefroren“, damit das folgende Rezept am Beamer besser mitverfolgt werden konnte. Aus zwei weiteren Truhen mit roter Wolle und Faden konnte mit dem Helium an den Werkbänken ein Heliumballon hergestellt werden. Wenn dieser an ein Tier gebunden wurde, flog dieses hoch 😉

Irgendjemand kam auf die Idee, seinen Heliumballon an einen Mitspieler zu binden….

Ebenfalls realistisch am Mod ist, dass die Heliumballons in einer gewissen Höhe platzen. Die Tiere und Spieler flogen daraufhin zur Erde zurück. Mein erster Rettungsversuch, die Spieler mit dem Lehrermenü von MinecraftEdu zu mir zu teleportieren, war deshalb ineffizient, weil sie nach dem Teleportieren sofort wieder hochflogen. Die Heliumballons sind nicht so leicht abzuschütteln. Es sah ein wenig wie bei Mary Poppins und den Schornsteinfegern aus…

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